Der verschwommene Rahmen

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Hallo,

Kann es eine Gesellschaft geben, die alle möglichen Konzepte, Ideen, Gefühle von jeglichen Menschen akzeptiert, fördert und bespricht? 

In meinem Studium begegnen mir immer wieder neue Lebensweisen von Menschen, die in der vereinfachten Gesellschaft keinen Platz finden und nach Akzeptanz streben. Dabei muss ich ehrlich sagen, stoße ich an meine Grenzen meiner Weltoffenheit (widersprüchliches Wort. Ist die Welt denn offen für jeden?). Ich akzeptiere sie und will sie verstehen, doch erwische ich mich immer wieder bei dem Gedanken „muss das wirklich sein“. Gibt es in unseren Köpfen und unserer Gesellschaft genug Platz für so viele Normen? Auch Gedanken wie „Das ist nicht natürlich“ finde ich in mir wieder, wenn ich zum Beispiel mit dem Thema Polyamorie konfrontiert werde. Gedanken, die ich den älteren Generationen aus dem Kopf löschen will und nun in meinem eigenen bekämpfe.

Doch wo würde ich jemals die Grenze der Akzeptanz setzen?

Wo sollte ich sie setzen? Sollte es überhaupt eine Grenze geben?

Die ständige Konfrontation mit Werten und Normen unserer Lebensweise erschüttert unser Verhalten und Person ständig bis zum Kern. Wir wurden so erzogen und auch die Sozialwissenschaft meint dies, dass man in Folge der Sozialisation und für ein Gemeinsames Miteinander einen Rahmen des Handelns braucht, der fest, stabil und nahezu ewig ist (oder zumindest so wirkt). Nun wird dieser Rahmen fast täglich verschoben, durchbrochen, geflickt, verkleinert und vergrößert und scheint eher eine verschwommene Linie zu sein. Wie wenn man mit der Füllfeder schreibt und zu früh drüberfährt.

Meine Frage scheint zu sein: sind wir überhaupt handlungsfähig innerhalb eines verschwommenen Rahmens und könnte dieser der Ursprung des scheinend immer öfter auftauchendem „Bösen“ in unserer Welt sein?

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